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Castrop-Rauxel, 6. Juni 2024

Krankenhausapotheke in Castrop-Rauxel versorgt 1000 Patienten täglich

Apotheke Gesundheitscampus beliefert sieben Krankenhäuser in der Region

Fast 300 Blutzuckermessungen und Verbände am laufenden Band

Großes Interesse beim Quartiersfest auf der Pferdebachstraße

 

Unzählige Blutdruck- und Blutzuckermessungen, Verbände am laufenden Band und eine OP nach der anderen: Das Evangelische Krankenhaus Witten hatte sich mit einem großen Stand am Quartiersfest anlässlich der Fertigstellung der Pferdebachstraße beteiligt. Als einer der Hauptanlieger der lange gesperrten Hauptverkehrsader zählte das EvK zu den Mit-Veranstaltern des Quartiersfestes und hatte sich einiges einfallen lassen.

 

Großes Interesse zeigten die Besucherinnen und Besucher zum Beispiel an der Gesundheitsstation: Von Blutdruck über Blutzucker bis zum Sauerstoffgehalt konnten sie hier ihre Vitalwerte überprüfen lassen. „Wir haben allein fast 300 Blutzuckermessungen durchgeführt“, berichtet Anne Richter. Die Diabetesberaterin des EvK hatte das Angebot zusammen mit angehenden Pflegefachkräften aus der Pflegefachschule sowie Kolleg*innen aus der Pflege betreut.

Ein paar Meter weiter hatten Chefarzt Matthias Blase und Oberarzt Torsten Hüber einen kleinen OP-Saal eingerichtet. Am Pelvi-Trainer konnten die Besucherinnen und Besucher mithilfe der Experten einen laparoskopischen Eingriff simulieren. Mit der 3D-Brille auf der Nase und der Fasszange in der Hand, schlüpften sie in die Rolle des Operateurs. Statt auf erkranktes Gewebe trafen sie allerdings auf Unterlegscheiben und Gummibänder, die es galt, mit viel Fingerspitzengefühl auf die Schraube zu manövrieren.

"Das war ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Arzneimittelsicherheit. Die Fehlerquote bei der Vergabe von Medikamenten inzwischen bei deutlich unter zwei Prozent."

Annette Groteloh, Fachapothekerin für klinische Pharmazie

Bevor die fertigen Blister die Patienten erreichen, werden sie in einem Kontrollautomaten noch einmal einer genauen Prüfung unterzogen. Für jeden Blisterschlauch gibt es ein strenges Protokoll. Wenn etwa eine Schweißnaht nicht richtig geschlossen ist, gehen die Blister noch einmal zurück in den Reinraum. Ist alles in Ordnung, werden die Schläuche per Scan den Stationskisten zugeordnet und für die Abholung bereitgestellt. Auch hier sorgen mehrere Kontrollmechanismen dafür, dass jede Tablette den richtigen Weg nimmt.

Die Wittener Apotheke setzt bereits seit den 1990er Jahren und damit als eine der ersten in Deutschland aufs Verblistern. Mit dem Umzug nach Castrop-Rauxel werden nun alle vier Standorte der Ev. Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel auf diese Weise mit Medikamenten versorgt. Die Methode bedeutet ein großes Plus an Sicherheit für die Patienten. „Durch das patientenindividuelle Verblistern und die Einführung der elektronischen Patientenakte liegt die Fehlerquote bei der Vergabe von Medikamenten inzwischen bei deutlich unter zwei Prozent. Das war ein wichtiger Schritt zur Steigerung der Arzneimittelsicherheit“, sagt Annette Groteloh, die als Fachapothekerin für klinische Pharmazie zusammen mit Frederike Lappe die Apotheke Gesundheitscampus Castrop-Rauxel leitet.

"Wir sind nun in der Lage, die Medikamente für mehrere Stationen auf einmal zu packen. Das erleichtert unsere Arbeit enorm."

Frederike Lappe, Fachapothekerin für klinische Pharmazie

Technische Unterstützung hat das Team der Apotheke übrigens nicht nur beim Verblistern, sondern auch im Lager: Beim Zusammenstellen der Medikamente für die einzelnen Stationen steht den Fachkräften mit dem Axon am neuen Standort jetzt ein halbautomatischer Kommissionierer zur Seite. Beachtliche 40 Meter Fließband ziehen sich durch den riesigen Raum in der zweiten Etage des Gebäudes an der Grutholzallee. Während die Mitarbeitenden mit einem Mini-Computer in der Hand die Aufträge abarbeiten, die Medikamente aus den Regalen ziehen und aufs Band legen, sortiert der Axon sie in die für die verschiedenen Stationen bereitgestellten Kisten. „Wir sind nun in der Lage, die Medikamente für mehrere Stationen auf einmal zu packen. Das erleichtert unsere Arbeit enorm“, sagt Frederike Lappe.

Schließlich gibt es noch den Bereich der Analytik und der Galenik. In einem Labor prüfen die Mitarbeitenden all jene Substanzen, die einen Raum weiter für die Herstellung einer Rezeptur benötigt werden, zum Beispiel für Salben für das Wundmanagement. 

Komplettiert wird das Angebot durch die Herstellung von Chemotherapeutika, die an der Grutholzallee unter strengsten hygienischen Bedingungen in der höchsten Reinraumklasse erfolgen kann. Mitarbeitende durchlaufen auf dem Weg zu ihrem Arbeitsplatz mehrere Schleusen und hüllen sich von Kopf bis Fuß in etliche Schichten Schutzkleidung – zu ihrer eigenen Sicherheit, aber auch, um die hohen Anforderungen an die Arzneimittelsicherheit zu erfüllen. 

„Wir sind am neuen Standort in Castrop-Rauxel nun räumlich und technisch hervorragend aufgestellt, um eine optimale Arzneimittel-Versorgung der Patienten an den verschiedenen Klinikstandorten zu gewährleisten“, sagen Annette Groteloh und Frederike Lappe.