Zum Hauptinhalt springen

Wundmanagement

Wunde ist nicht gleich Wunde: Gerade bei chronischen Defekten ist die korrekte Wundbehandlung ein wesentlicher Bestandteil einer erfolgreichen Therapie. Die Behandlung ist häufig zeitintensiv, umfangreich und erfordert spezielles Fachwissen.

Zu den Aufgaben der Wundmanagerin gehören:

  • Therapieempfehlungen
  • Schulungen von Mitarbeitenden: Wunddokumentation, Wundverbände
  • Unterricht von Krankenpflegeschülerinnen und -schülern sowie praktische Anleitungen im Haus
  • Verbinden chronischer Wunden
  • Teilnahme an der Wundkonferenz
  • Überleitung der Patienten mit chronischen Wunden in die häusliche Umgebung oder in ein Pflegeheim

Behandlung chronischer Wunden

Unser Krankenhaus setzt den nationalen Expertenstandard „Pflege von Menschen mit chronischen Wunden“ um.
Wir haben in allen Bereichen/Stationen ausgebildete Wundexperten, die Sie gemeinsam mit unserer Wundmanagementbeauftragten während Ihres Krankenhausaufenthaltes betreuen.
Unsere Pflegekräfte erklären Ihnen gern die verschiedenen Maßnahmen und unterstützen Sie beratend.

Ihre Ansprechpartnerin

Gitta Dornieden

Gitta Dornieden

Wundmanagerin
Fachtherapeutin Wunde
ICW

02302.175-6611

Von chronischen Wunden spricht man, wenn eine Wunde – trotz konsequenter Therapie – nach vier bis zwölf Wochen nicht heilt.

Die häufigsten chronischen Wunden sind:

  • Ulcus cruris (Unterschenkelgeschwür)
    … entsteht durch venöse und/oder arterielle Durchblutungsstörungen der Beine. In Deutschland gibt es ca. zwei Millionen Menschen mit „offenen Beinen“.
  • Ulcus beim Diabetischen Fußsyndrom
    … entsteht meist als direkte oder indirekte Folge des Diabetes mellitus. Jährlich werden fast 30.000 Amputationen vorgenommen, die bei effizienter Versorgung oft vermeidbar wären.
  • Dekubitus (Druckgeschwür)
    … entsteht durch langes Liegen oder Sitzen auf einer Stelle.

Menschen mit chronischen Wunden leiden oft weniger unter der Wunde selbst, als vielmehr unter den damit verbundenen Einschränkungen:

  • Schmerzen
  • Immobilität
  • Abhängigkeit
  • Schamgefühl
  • Isolation

Bei schmerzfreien Wunden besteht die Gefahr, dass es zu einer Vernachlässigung der Wundversorgung kommen kann. Die Gefahr, dass es auch zu schwerwiegenden Infektionen kommen kann, wird unterschätzt. Dies kann zur Folge haben, dass die Infektion so weit fortgeschritten ist, dass eine Amputation vorgenommen werden muss.

Es gibt viele Risikofaktoren, die die Entstehung einer chronischen Wunde fördern können, zum Beispiel

  • chronisch ungewöhnlicher Druck
  • ein schlechter Allgemeinzustand
  • starkes Untergewicht
  • Flüssigkeitsmangel
  • Stoffwechselerkrankungen (wie Diabetes)
  • Durchblutungsstörungen
  • Körperwahrnehmungsstörungen
  • Einschränkungen in der Beweglichkeit

Auch das Alter, die Psyche und Medikamente können die Wundheilung beeinflussen.

Eine wichtige Rolle bei der Wundheilung spielen Sie selbst.

Wir wollen Ihre Erfahrung, die Sie im Bezug auf Ihre Wunde gemacht haben, berücksichtigen und gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Behandlungsplan erstellen, der Ihren Bedürfnissen, Ihrer Erkrankung sowie Ihren häuslichen Voraussetzungen gerecht wird.

Die Behandlung einer chronischen Wunde erfordert viel Geduld von allen Beteiligten, da sie mehrere Wochen oder sogar Monate dauern kann.

Als Fachkräfte versorgen wir Ihre Wunde auf der Basis wissenschaftlich gesicherter Erkenntnisse mit modernen Verbandmaterialien, die zum Teil auch mehrere Tage auf der Wunde verbleiben sollen.

Darüber hinaus können auch Sie den Wundheilungsprozess unterstützen:

  • Tragen Sie keine einschnürenden Kleidungsstücke
  • Achten Sie auf bequemes und passendes Schuhwerk
  • Ausreichende Bewegung
  • Kleine Übungen unterstützen die Durchblutung, z.B. Füße kreisen lassen

Neben der modernen Wundversorgung berücksichtigen wir aber noch weitere Faktoren, die wichtig für die Wundheilung sind:

  • Beratung, Anleitung und Schulung
  • Ernährung
  • Förderung der Mobilität
  • Schmerzmanagement
  • Förderung der Selbständigkeit und Selbstbestimmung durch Information
  • Auf Wunsch beziehen wir Ihre Angehörigen mit in die Behandlung ein
  • Herstellung von Kontakten zu ambulanten Pflegediensten oder anderen Dienstleistern