Künstliche Hüft- und Kniegelenke
Experten informierten über Therapie und Alltag
Wann ist ein künstliches Hüft- oder Kniegelenk sinnvoll, wie läuft eine Operation ab und was erwartet Patientinnen und Patienten danach? Über diese Fragen informierten Experten des EvK Herne, das zum EVA Ruhr (Evangelischer Verbund Augusta Ruhr) gehört, bei einer gut besuchten Veranstaltung zur modernen Endoprothetik.
Dr. Guido Rölleke, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie an den EVA Ruhr Häusern in Herne und Witten, begrüßte die Gäste im Seminarzentrum Herne. Gemeinsam mit Dirgham Najajreh und Dr. Jens-Christian Becker, beide Oberärzte der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie, gab er einen umfassenden Überblick über den Behandlungsweg – von der Diagnose bis zur abgeschlossenen Rehabilitation. Als mit ausgewiesener endoprothetischer Expertise stellte das Team den gesamten Prozess transparent dar. Seit 2013 ist das Endoprothetik Zentrum zertifiziert durch EndoCert. Das offizielle Prüfsiegel der Gesellschaft für Endoprothetik garantiert, dass erst ein umfangreicher Entscheidungsprozess durchlaufen wird, bevor eine Patientin oder Patient einen Gelenkersatz erhalten. Vom ersten Sprechstundentermin bis zur Operations-Nachsorge gibt es eine genaue Abfolge von Behandlungsschritten, die strikt befolgt wird.
Im Fokus des ersten Vortrags standen moderne Hüftprothesen. Anhand anschaulicher Präsentationen erläuterten die Referenten, wann eine Operation notwendig wird, wie die Vorbereitung abläuft und was Patientinnen und Patienten während und nach dem Eingriff erwartet. Die Operation dauert in der Regel 60 bis 90 Minuten, die Mobilisation beginnt meist bereits am ersten Tag. Ziel ist eine deutliche Schmerzreduktion und die Rückkehr zu mehr Beweglichkeit und Lebensqualität.
Im zweiten Vortrag informierte Oberarzt Dr. Jens-Christian Becker über das Leben mit einem künstlichen Kniegelenk. Das Endoprothetikzentrum am EvK implantiert jährlich über 650 Prothesen. Neben individueller Beratung und moderner Implantattechnik stand vor allem eines im Mittelpunkt: Bewegung und eine früh einsetzende Physiotherapie sind entscheidend für den Behandlungserfolg.
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch eine lebhafte Fragerunde sowie einen persönlichen Erfahrungsbericht eines Patienten, der 2021 operiert wurde und über seinen Weg zurück in einen aktiven Alltag berichtete.
