Im Notfall zählt jede Minute
Experten informierten über die Abläufe der Notfallversorgung
Was passiert eigentlich, wenn zu Hause plötzlich ein medizinischer Notfall eintritt? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Patientenveranstaltung „Medizin konkret“ am Evangelischen Krankenhaus Witten, das Teil des Evangelischen Verbunds Augusta Ruhr ist. Unter dem Titel „Vom häuslichen Notfall in die Notaufnahme“ informierten Kai Pohl, ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Ennepe-Ruhr-Kreis, und Dr. Thulasi Kirupanathan, Oberärztin der Viszeralchirurgie am EvK Witten, die interessierten Besucher.
„Mit dem Absetzen des Notrufs 112 beginnt eine klar strukturierte Kette, in der jede Entscheidung wichtig ist“, erklärte Kai Pohl. Die Leitstelle entscheidet anhand weniger Fragen, ob ein Rettungswagen, zusätzlich ein Notarzt oder bei nicht akuten Fällen ein Krankentransportwagen geschickt wird. Vor Ort sichern die Rettungskräfte sofort die Vitalfunktionen, messen Blutdruck, Puls und Sauerstoffsättigung, geben bei Bedarf Medikamente und informieren parallel die Zielklinik, damit dort alles vorbereitet werden kann.
Dr. Thulasi Kirupanathan betonte, wie entscheidend systematisches Vorgehen dabei ist: „Ganz allgemein geht es bei einem Notfall um eine akute, potenziell lebensbedrohliche Situation. Dann zählt wirklich jede Minute.“ Grundlage für die Ersteinschätzung am Einsatzort ist das international etablierte ABCDE-Schema, mit dem die Lage schnell erfasst und die richtigen Maßnahmen eingeleitet werden. In der Notaufnahme übernehmen anschließend Ärztinnen und Ärzte, prüfen die übermittelten Daten und nehmen eine Ersteinschätzung nach dem Triage-System vor. So wird sofort klar, welche Patienten vorrangig behandelt werden müssen.
Die Besucherinnen und Besucher nutzten die Veranstaltung, um eigene Fragen zu stellen, und erfuhren dabei, wie eng Rettungsdienst und Krankenhaus zusammenarbeiten, damit im Notfall keine Zeit verloren geht.
Die nächste Veranstaltung der Reihe „Medizin konkret“ findet am 8. Oktober 2025 um 17 Uhr im EvK Witten statt. Dann spricht Dr. Christoph Hackmann, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie, über „Methadon, Mistel & Co. – Mythen und Fakten onkologischer Alternativmedizin“.
