Gefährliche Atempausen in der Nacht
„Medizin konkret“ über Schlafapnoesyndrom
Worauf bei Atemaussetzern während des Schlafs zu achten ist und welche Hinweise Betroffene bei einem Krankenhausaufenthalt berücksichtigen sollten, erläuterten Christoph Brüggenolte, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin, und Kerstin Freyhoff, Oberärztin der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, bei „Medizin konkret“, der Patientenveranstaltung im Ev. Krankenhaus Witten.
Das obstruktive Schlafapnoesyndrom (SAS) ist eine schlafbezogene Atemstörung, bei der es wiederholt zu Atemaussetzern kommt. Christoph Brüggenolte, Oberarzt der Klinik für Innere Medizin, erläutert: „Ursache ist meist die Erschlaffung der Rachenmuskulatur, die die Atemwege verengt. So gelangt zu wenig Luft in die Lunge, was zu kurzzeitigen Atemaussetzern führen kann.“ Symptome sind Schnarchen mit Atempausen, Tagesmüdigkeit und Durchschlafstörungen. „Besonders betroffen sind Menschen, die eine Nasenscheidewandkrümmung haben oder vergrößerte Rachenmandeln. Adipositas und ein hoher Alkohol- bzw. Nikotinkonsum können ebenfalls dazu führen“, so der Schlafmediziner.
Besteht ein ernster Verdacht, erfolgt die Diagnose zunächst durch eine Polygrafie zu Hause, bei der Werte wie Sauerstoffsättigung und Atemfluss während des Schlafs gemessen werden. Bei einem positiven Befund folgt die Untersuchung in einem Schlaflabor, beispielsweise im EvK, um die genauen Parameter der Aussetzer zu bestimmen. Die anschließende Behandlung kann von Lebensstiländerungen über operative Eingriffe bis hin zu einer Schlafmaske reichen.
„Betroffene sollten ihre Erkrankung bei jedem Krankenhausaufenthalt unbedingt angeben, damit wir die bestmögliche Versorgung sicherstellen können“, erinnert Kerstin Freyhoff.Das ist wichtig, um Komplikationen zu vermeiden, etwa durch den Verzicht auf Beruhigungsmittel oder eine alternative rückenmarksnahe Narkose. Während des Eingriffs und auch danach wird die Atmung genau überwacht, um Atemaussetzer frühzeitig zu erkennen. Wer auf ein eigenes CPAP-Gerät zur regelmäßigen Beatmung während des Schlafs angewiesen ist, sollte dies für den Krankenhausaufenthalt mitbringen.
Im Anschluss an ihre Vorträge nahmen sich beide viel Zeit, um die Fragen der Anwesenden ausführlich und individuell zu beantworten.
Die nächste Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe „Medizin konkret“ findet am 27. August 2025 um 17 Uhr statt. Dann stellt sich Dr. Guido Rölleke, der neue Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im EvK Witten, mit dem Thema „Wann brauche ich eine Prothese“ vor.
