Corona-Patient aus den Niederlanden erfolgreich behandelt

Krankenhaus Eingang Bäume
Das EvK Witten.

23. April 2020

Ev. Krankenhaus Witten leistet humanitäre Unterstützung auf europäischer Ebene. Jederzeit genug Intensivbetten frei

Das Ev. Krankenhaus Witten hat einen Corona-Patienten aus den Niederlanden mit schwerem Verlauf der Erkrankung erfolgreich behandelt. Die Therapie in Witten erfolgte im Rahmen der europäischen Unterstützung und wurde durch die Organisation Premier Healthcare Germany vermittelt.

Der 60-Jährige aus Nijmegen war mit Covid-19-Symptomen ins dortige Canisius Wilhelmina Hospital ausgenommen worden. Wenige Tage später musste er aufgrund des schweren Verlaufs der Erkrankung auf die Intensivstation verlegt und beatmet werden. „Weil es dort nicht genug Intensivbetten gibt, haben die Niederlande um Hilfe gebeten“, erklärt Dr. Mario Iasevoli, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin und Ärztlicher Direktor am Ev. Krankenhaus Witten. In der Nijmegener Klinik seien teilweise über 40 Intensivpatienten beatmet worden, zum Teil schon auf den Fluren.

Aus humanitären Gründen haben deshalb deutsche Krankenhäuser mit freien Kapazitäten, insbesondere aus NRW, etwa zehn Patienten aufgenommen. Auch das EvK Witten hatte noch genug Intensivbetten frei. Der 60-jährige Niederländer wurde mit einen Intensivtransport unter Beatmung und mit ärztlicher Begleitung in die Ruhrstadt transportiert. In Witten wurde er noch vier Tage beatmet und weitere fünf Tage intensivmedizinisch versorgt, bevor er auf die normale Station verlegt werden konnte.

„Der Patient traf hier auf eine gut vorbereitete Situation“, erklärt Dr. Iasevoli. „Wir haben ein motiviertes Team und ausreichend Kapazitäten.“ In Zusammenarbeit mit der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, die von Chefarzt Dr. Thomas Meister geleitet wird, konnte der niederländische Patient sehr fokussiert behandelt werden. Unter Beatmung und einer antibiotischen Therapie, um eine bakterielle Superinfektion zu verhindern, sei es gelungen, den 60-Jährigen zu stabilisieren. „Seine Familie ist glücklich, dass wir ihn retten konnten“, sagt Dr. Iasevoli. Frau und Tochter des Patienten erhielten aufgrund der besonderen Situation ein Sonderbesuchsrecht.

Außer Asthma habe der 60-jährige Niederländer keine nennenswerten Vorerkrankungen gehabt, erläutert der Chefarzt. Er sei Nichtraucher und habe kein Übergewicht. Obwohl der Patient die Infektion inzwischen überstanden hat, wird er wohl noch eine Weile zur Erholung benötigen, schätzt Dr. Iasevoli. „Er ist immer noch sehr geschwächt. Das war eine sehr schwere Erkrankung.“ Nun konnte der Patient zur weiteren rehabilitativen Therapie nach Nijmegen zurückverlegt werden.

Dass die humanitäre Unterstützung für das Nachbarland die Versorgung der Wittener Bevölkerung gefährden könnte, muss übrigens niemand befürchten, betont der Chefarzt. „Es standen stets genügend Intensivbetten für die Wittener Bevölkerung zur Verfügung.“

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