Delirprävention

Delirprävention am EvK Witten

Das Delir, früher auch als Durchgangssyndrom bezeichnet, ist eine häufige Komplikation bei älteren und dementen Patienten nach einer Operation. Um diesen problematischen Zustand und die damit verbundenen Folgen zu vermeiden, begleitet im Ev. Krankenhaus Witten eine Altenpflegerin Risikopatienten vor, während und nach einem operativen Eingriff. Das EvK Witten gehört zu den ersten Krankenhäusern in der Region mit einem solchen Angebot.

Was ist ein Delir?

Was ist ein Delir?

Ein Delir kann dazu führen, dass der Patient ruhelos wird, Halluzinationen hat oder aggressiv wird. Eine andere Variante des Delirs kann sich in verminderter Aktivität, Apathie oder Sprachverarmung äußern. Letztere Form, das hypoaktive Delir, gilt als die problematischere, da sie im Klinikalltag oft nicht auffällt. „Man geht davon aus, dass 60 Prozent der Delire unerkannt bleiben.

Wer ist gefährdet?

Wer ist gefährdet?

Besonders gefährdet sind Patienten mit kognitiven oder sensorischen Einschränkungen, zum Beispiel aufgrund einer Demenz oder Hör- und Sehstörungen, Multimorbidität oder Depressionen sowie Patienten, die schon einmal ein Delir hatten. Entsprechende Patienten werden durch ein Screening ermittelt. Für Patienten, die in ihrer Wahrnehmung und Orientierung eingeschränkt sind, ist die Belastung besonders groß. Ängste und Verwirrtheitszustände eines desorientierten Patienten können sich noch verstärken.

Wie wollen wir das verhindern?

Wie wollen wir das verhindern?

Durch die Arbeit unserer Delirbeauftragten Marion Rupietta. Wenn möglich, besucht sie Patienten, die ihre Begleitung benötigen, schon einen Tag vor der Operation. Sie nimmt sich Zeit, damit sich Vertrautheit einstellt, versucht die persönliche Situation zu ermitteln und kündigt ihre Begleitung an. Das gibt Sicherheit und wirkt beruhigend für die Operation.
Am Operationstag holt Marion Rupietta die Patienten im Zimmer ab, fährt mit ihnen zum OP. Sie begleitet die Patienten in der Schleuse und bei der Einleitung, bis die Narkose wirkt. Bei Patienten, die eine Lokal- oder Regionalanästhesie erhalten und während des Eingriffs wach sind, bleibt sie die ganze Zeit dabei. Ansonsten nimmt sie die Patienten im Aufwachraum wieder in Empfang. Auch in den ersten beiden Tagen nach der Operation schaut Marion Rupietta nach dem Rechten. Vor und nach der Operation führt sie verschiedene Tests durch, um unter anderem die Gedächtnisfunktion zu überprüfen.
Durch die intensive Begleitung nimmt der Patient Marion Rupietta als eine vertraute Person wahr, bei der er Halt finden kann. Dies führt zu einer Verminderung der Ängste und verringert das Risiko, ein Delir zu entwickeln.

Marion Rupietta

Delirbeauftragte