Experten arbeiten für Heilung eng zusammen

Vortragsreihe Medizin konkret im Ev. Krankenhaus Witten
Die Referenten (v.l.) Oliver Roßbach, Abteilungsarzt Plastische Chirurgie und Handchirurgie, Gitta Dornieden, zertifizierte Wundmanagerin, und Dr. Dirk Martin, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, beantworten Fragen aus dem Publikum.

22. Februar 2018

„Medizin konkret“-Vortrag am Ev. Krankenhaus Witten informierte über die Behandlung chronischer Wunden

Ob „offene Beine“, Liegegeschwür (Dekubitus) oder diabetischer Fuß – chronische Wunden können viele Ursachen haben. Ihre Behandlung ist häufig zeitintensiv, umfangreich und erfordert spezielles Fachwissen. Ziel der Therapie ist es, Folgeschäden so weit wie möglich zu vermeiden. Wie sich chronische Wunden richtig behandeln lassen, stellten Experten aus dem Ev. Krankenhaus Witten im Rahmen der Reihe „Medizin konkret“ vor.

„Wir sind die letzte Instanz“, betont Dr. Dirk Martin, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Wundbehandlungen übernehmen meist die niedergelassenen Ärzte. Doch wenn eine ambulante Therapie nicht mehr weiterhilft, kann eine stationäre Versorgung erforderlich werden – zum Beispiel beim diabetischen Fußsyndrom.

Da bei Diabetikern das Schmerz- und Temperaturempfinden aufgrund von Nervenschäden häufig reduziert ist, nehmen sie Risse, Druckstellen und Verletzungen an den Füßen oft nicht wahr. Bakterien und Fußpilz können sich ungehindert ausbreiten und schwere Infektionen verursachen. Der Arzt wird die Krankheitserreger mit Antibiotika bekämpfen, erläutert Dr. Martin. Infiziertes Gewebe muss chirurgisch entfernt werden. Im schlimmsten Fall müssen betroffene Körperteile wie Zehen oder Teile des Fußes amputiert werden. Auch die pflegerische Versorgung erfordert spezielles Fachwissen. Für die Wundbehandlung gibt es spezielle Auflagen, die Keime abtöten, erläutert Wundmanagerin Gitta Dornieden. „Sie halten die Wunde feucht und warm und regen auch die Selbstheilung an.“

Bei großen Defekten, die sich mit den üblichen chirurgischen Methoden nicht versorgen lassen, muss mitunter auch der Plastische Chirurg ran. Oliver Roßbach, Abteilungsarzt Plastische Chirurgie und Handchirurgie, stellt verschiedene Verfahren vor, wie sich mit Verschiebung oder Verpflanzung von Haut und Gewebe auch großflächige Wunden verschließen lassen. „Wundversorgung ist sehr individuell“, betont er. „Sie muss immer auf den Wundgrund abgestimmt werden.“

Bei der Versorgung von chronischen Wunden müssen alle Beteiligten eng zusammenarbeiten, betonen die Experten. Um eine optimale Behandlung zu gewährleisten, treffen sich Klinikärzte, niedergelassene Fachärzte aus Witten und Wundtherapeuten wöchentlich zur Wundkonferenz am Ev. Krankenhaus Witten. Dort besprechen sie gemeinsam Diagnosen und erarbeiten Behandlungsempfehlungen. Die innovative Initiative ist im Ruhrgebiet einmalig und garantiert durch die Vernetzung aller Beteiligten beste Ergebnisse für den Patienten.

Zur Vorbeugung empfehlen die Experten insbesondere allen Diabetikern, regelmäßig ihre Füße zu kontrollieren. „Selbst, wenn nichts wehtut“, betont Dr. Martin. Um die Haut feucht und geschmeidig zu halten, sodass keine Risse entstehen, empfiehlt Gitta Dornieden, Beine und Füße regelmäßig einzucremen. Auch Fußbäder seien gut – allerdings sollte mit einem Thermometer kontrolliert werden, ob das Wasser nicht zu heiß ist. Um Verletzungen zu vermeiden, sollten die Nägel besser mit der Feile gekürzt statt mit der Schere geschnitten werden. Gegebenenfalls ist auch eine professionelle Fußpflege ratsam.

Unter dem Motto „Medizin konkret“ informiert das Ev. Krankenhaus Witten an jedem dritten Mittwoch im Monat um 17 Uhr über ein aktuelles Thema aus den Bereichen Medizin, Pflege, Therapie.

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