Wenn der Rücken schmerzt

Medizin konkret Mulitmodale Schmerztherapie

7. November 2022

Bei der Vortragsreihe „Medizin konkret“ informierten sich Besucher*innen im Ev. Krankenhaus Witten über die Ursachen chronischer Rückenschmerzen und was die Multimodale Schmerztherapie dabei bewirken kann.

„Zu wenig Bewegung, Fehlhaltung, Verletzungen und Verschleiß gehören zu den häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen. Auch psychosomatische Gründe spielen eine wichtige Rolle“, erklärt Dr. Michael Luka, Chefarzt der Klinik für Unfallchirur¬¬gie und Orthopädie im EvK Witten. In seinem Vortrag wies er darauf hin, dass meist eine Kombination dieser Ursachen chronische Rückenschmerzen auslöse. „Reicht eine ambulante, fachärztliche Behandlung nicht mehr aus, hilft die Multimodale Schmerztherapie. Sie verfolgt eine ganzheitliche Behandlung und zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern, Medikamente zu reduzieren und die Lebensqualität zu erhöhen“, so der Chefarzt.

In der Multimodalen Schmerztherapie verbleiben Patient*innen acht bis neun Tage stationär im Krankenhaus. Ein Team aus Orthopäden, Schmerztherapeuten, Psychologen und Physiotherapeuten erarbeitet ein individuelles Therapiekonzept. Zu diesem Team zählen auch die Patient*innen selbst. „Eigenmotivation ist ein entscheidender Faktor. Ohne die richtige Einstellung zur Therapie wirkt keine der Maßnahmen“, erläutert Jurij Sokolov, Oberarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin und Leiter der Schmerzambulanz im EvK Witten, in seinem Vortrag. Patient*innen, die unter lang anhaltenden Schmerzen leiden, bei denen bisherige Therapien versagt haben und deren Alltag stark eingeschränkt ist, seien Kandidat*innen, bei denen diese Therapie geeignet wären, so Sokolov weiter.

Zum ganzheitlichen Konzept der Multimodalen Schmerztherapie gehört auch die medikamentöse Behandlung. Dazu beschreibt Dr. Peter Koch von der Orthopädischen Gemeinschaftspraxis im Centrovital, an welchen Stellen im Rücken der behandelnde Arzt die Injektionen setzt. Dabei gibt er zu bedenken: „Nach einer schmerztherapeutischen Behandlung vergehen die Schmerzen selten dauerhaft, aber es stellt sich eine starke Besserung ein und der Alltag wird wieder beherrschbar.“

Diesem Ansatz folgt auch die Physiotherapie. Linus Paelke, Leiter Therapeutische Teams im EvK, erklärt: „Gezielte physiotherapeutische Übungen fördern die Bewegungsfähigkeit, bauen eine geschwächte Muskulatur wieder auf und lindern dadurch die Schmerzen.“ Und für die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt empfiehlt Paelke: „Jede Bewegung hat positive Effekte. Ob Gerätetraining oder Yoga: Wichtig ist, sich regelmäßig und intensiv zu bewegen.“ Auch hier spielt also die eigene Motivation wieder eine große Rolle.

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