Abpfiff für Jozef Kurzeja

Mann vor Krankenhaus
Jozef Kurzeja, langjähriger Chefarzt für Strahlentherapie und Radioonkologie, hat sich in den Ruhestand verabschiedet.

10. Juli 2020

Der langjährige Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie im EvK Witten geht in den Ruhestand.

Jozef Kurzeja ist ein Teamplayer – nicht nur im Fußballtrikot, sondern auch im Arztkittel. Zehn Jahre lang leitete er als Chefarzt die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie im Evangelischen Krankenhaus Witten. Mit 72 Jahren längst in der Nachspielzeit, ist nun Abpfiff für den Mediziner: Jozef Kurzeja verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand.

Doch er hinterlässt einen bleibenden Eindruck – bei Patienten ebenso wie bei Kollegen.
„Ihre persönliche Zuwendung und Empathie gegenüber den Patienten haben uns alle immer wieder beeindruckt und waren Spiegelbild Ihrer persönlichen Ausstrahlung und Ihrer medizinischen Kompetenz“, würdigte Heinz-Werner Bitter, Geschäftsführer der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel das langjährige Wirken Kurzejas.
Dabei standen die Zeichen in jungen Jahren längst nicht auf Medizin, sondern vielmehr auf Fußball. In Dziewietlice in Niederschlesien geboren, kickte Kurzeja schon mit 17 Jahren in der höchsten polnischen Spielklasse, er stand später mit dem Vater von Nationalspieler Miroslav Klose auf dem Platz und ist bis heute mit dem Vater von Lukas Podolski befreundet. Der Fußball war sein Leben – und er war es schließlich auch, der ihn zur Medizin brachte: Einer seiner medizinischen Betreuer sah großes Potenzial in dem jungen Polen. Doch der wollte das Profi-Fußballtrikot nicht gänzlich gegen den Arztkittel eintauschen – und so kombinierte er einfach seine Fußballkarriere mit seinem Studium an der Medizinischen Hochschule in Katowice. Später als Assistenzart in Zabrze tätig, führte der Fußball ihn 1979 vom polnischen Rekordmeister Górnik Zabrze ins Ausland – nach Klagenfurt in die österreichische Liga. Am Landeskrankenhaus in Klagenfurt setzte er die Ausbildung zum praktischen Arzt fort und spezialisierte sich 1984 nach dem Ende seiner aktiven Fußballlaufbahn auf die Strahlentherapie.
Als Assistenzarzt für Strahlentherapie wechselte Kurzeja 1988 nach Deutschland ans Allgemeine Krankenhaus Hagen, wo er 1992 seine Facharztausbildung abschloss und als Oberarzt und Stellvertreter des Chefarztes in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie tätig war. Über Bochum kam er im Oktober 2010 schließlich nach Witten, wo er als Chefarzt die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am EvK leitete. „In den vielen Jahren Ihrer ärztlichen Tätigkeit haben Sie die Strahlentherapie und die Radioonkologie als einziges Behandlungsangebot im Stadtgebiet und im Ennepe-Ruhr-Kreis und über die Stadtgrenzen hinaus mit hoher medizinischer Kompetenz repräsentiert“, lobte Heinz-Werner Bitter.
Obwohl er seine Fußballkarriere längst beendet hatte, frönte Kurzeja übrigens auch in Witten noch seiner Leidenschaft und glänzte bei den Fußballturnieren des EvK Witten in der Krankenhausmannschaft stets als Libero und Trainer. Doch ob auf dem Platz oder im Krankenhaus – eines stand für den Chefarzt immer außer Frage: „Die Mannschaft ist das Wichtigste.“ Und diese Mannschaft übergibt er nun in andere Hände: Dr. Thomas Hero tritt als Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie seine Nachfolge an.

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