Tumortherapie im Expertenteam

Collage Medizin konkret Magenkrebs
Die Referenten bei ihren Vorträgen (v.l.): Matthias Blase, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Mario Iasevoli, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Dr. Jacqueline Rauh, Chefärztin, und Dr. Christoph Hackmann, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie

27. September 2019

„Medizin konkret“-Vortrag am Ev. Krankenhaus Witten informierte über Speiseröhren- und Magenkrebs

Bei der Behandlung von Speiseröhren- und Magenkrebs arbeiten je nach Ausprägung und Stadium der Erkrankung Spezialisten aus unterschiedlichen Disziplinen zusammen, um dem Patienten die für sein Krankheitsbild optimale Therapie anzubieten. Das Ev. Krankenhaus Witten vereint all diese Experten aus den Bereichen Gastroenterologie, Viszeralchirurgie, Onkologie, Strahlentherapie und Intensivmedizin unter einem Dach. Bei einem gut besuchten Vortrag der Reihe „Medizin konkret“ stellten sie die Möglichkeiten einer modernen interdisziplinären Tumorbehandlung vor.

„Die interdisziplinäre Therapie ist ein wichtiger Schritt, um die Überlebensrate bei Speiseröhren- und Magenkrebs zu verbessern“, betont Dr. Christoph Hackmann, Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie. Ist eine Heilung möglich, kommt es darauf an, den Tumor vollständig zu entfernen. Deshalb wird beim Speiseröhren- oder Magenkrebs das befallene Organ teilweise oder ganz entnommen, erläutert Matthias Blase, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie. Damit Betroffene trotzdem auf natürliche Weise Nahrung aufnehmen können, wird mit Hilfe von Magen- oder Darmteilen der fehlende Part aufwändig überbrückt. Die Patienten müssen zwar ihre Ernährung umstellen, aber: „Ein Leben ohne Magen ist lebenswert“, betont eine Betroffene aus dem Publikum.

Kleine Karzinome im frühen Stadium können auch endoskopisch bei einer Magenspiegelung abgetragen werden – ähnlich wie Darmpolypen, erklärt Dr. Mario Iasevoli, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin. Die endoskopische Spiegelung sei heute bei der Diagnostik das Mittel der Wahl.

Um eine weitere Ausbreitung von Tumorzellen im Körper zu bekämpfen, aber auch zur Vorbereitung auf eine Operation, bietet sich eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie an, erläutert Dr. Hackmann. Auch bei einer Strahlen-Chemotherapie ohne Operation sei unter bestimmten Voraussetzungen eine Heilung möglich. Dies erfordere aber eine höhere Strahlendosis als bei voroperativen Bestrahlung. Deshalb kommt diese Option meist nur zum Tragen, wenn eine Operation nicht möglich ist, zum Beispiel aufgrund der Lage des Tumors oder des Allgemeinzustands der betroffenen Person.

Besteht keine Aussicht auf Heilung, kann eine palliative Chemotherapie dem Patienten trotzdem zusätzliche Lebenszeit schenken. „Voraussetzung ist ein guter Allgemeinzustand und die Therapie sollte zum frühestmöglichen Zeitpunkt beginnen“, sagt Dr. Jacqueline Rauh, Fachärztin der Gemeinschaftspraxis Innere Medizin und Chefärztin der Klinik für Hämatologie und Onkologie am Ev. Krankenhaus Witten. „Dabei ist wichtig: Was möchte der Patient für sich?“ Ist eine Behandlung der Symptome nicht mehr möglich, sinnvoll oder gewünscht, hilft eine Palliativversorgung, Lebensqualität und Selbstbestimmung des Betroffenen solange wie möglich zu erhalten.

Das Ev. Krankenhaus Witten verfügt über eine Palliativstation, die in die onkologische Station integriert ist. In den fünf Zimmern kann jeweils ein Patient betreut werden. Die Behandlung besteht aus einem ganzheitlichen Konzept, das nicht nur professionelle pflegerische und medizinische Versorgung sowie Schmerztherapie umfasst, sondern auch psychische und psychosoziale Aspekte mit einbezieht. Die individuelle und fachliche Betreuung der Patienten sowie die besondere wohnliche Atmosphäre der Station sind nur durch zusätzliche Spenden möglich. Deshalb haben engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Förderverein „Palliativ-Station im Ev. Krankenhaus Witten e.V.“ gegründet.

Unter dem Motto „Medizin konkret“ informiert das Ev. Krankenhaus Witten regelmäßig über aktuelle Themen aus den Bereichen Medizin, Pflege, Therapie. Beim nächsten Vortrag am Mittwoch, 20. November 2019, um 17 Uhr spricht Dr. Michael Luka, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie, über Arthrose des Hüft- und Kniegelenks.

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