Blasentumore frühzeitig erkennen

NBI Urologie
Links im Bild: normale Weißlichtspiegelung; rechts im Bild: verbesserte Bildinformation mit deutlich sichtbaren Blutgefäßen (braun) in einem tumorverdächtigen Areal

5. September 2019

Neue Investition in der Urologie: Narrow Band Imaging verbessert insbesondere die Nachsorge bei betroffenen Patienten

Die Erkennung von Blasentumoren erfolgt heutzutage immer noch am besten und sichersten durch eine Blasenspiegelung. Moderne, flexible Instrumente erlauben zusammen mit ihrem Monitor eine schmerzfreie und entspannte Sicht in dieses Hohlorgan.

Problematisch ist weiterhin die Erkennung von winzigen Blasentumoren oder die Detektion von flachen Vorstufen des Blasenkrebses. Hier hilft eine Neuentwicklung der Firma Olympus, die das menschliche Auge überholt hat: Beim „Narrow Band Imaging“ macht sich die Computer-Technik zunutze, dass Blasentumore wie jede Neubildung vermehrt Blutgefäße in sich tragen. Diese sind mit dem bloßen Auge nicht erkennbar, können aber durch technische Tricks sichtbar gemacht werden. Areale in der Blase mit tumorverdächtiger Durchblutungsvermehrung werden angefärbt und somit für das Auge des Untersuchers sichtbar gemacht.

Prof. Dr. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Klinik für Urologie am Ev. Krankenhaus Witten, erhofft sich von der rund 30.000 Euro teuren Investition besonders eine Verbesserung der Nachsorge von Patienten mit Blasentumor. Wer einmal im Leben einen Blasentumor hatte, hat - je nach Studie - ein Risiko von 50 bis 70 Prozent, innerhalb von zwei Jahren nochmals einen Blasentumor zu entwickeln. Grund ist die Störung im Erbgut der Blasenschleimhautzellen, die zur Ausbildung von Wucherungen führen. Eine frühzeitige Erkennung kann die Prognose für Betroffene somit deutlich verbessern.

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