Anästhesie-Fragestunde mit reger Beteiligung

Vortragsreihe Medizin konkret im Ev. Krankenhaus Witten
Dr. Thomas Meister, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, erklärt die Funktion einer Kehlkopfmaske.

12. Juli 2019

„Medizin konkret“-Vortrag am Ev. Krankenhaus Witten informierte über Narkoseverfahren und Regionalanästhesien

Eine Narkose macht viele Operationen überhaupt erst möglich. Ansonsten wäre der Eingriff für den Patienten mit unerträglichen Schmerzen verbunden. Doch viele haben mehr Angst vor der Narkose als vor der Operation selbst. Das muss nicht sein: Moderne Verfahren und höchste Sicherheitsstandards minimieren Risiken, reduzieren Nebenwirkungen und ermöglichen einen schmerzarmen Krankenhausaufenthalt.

„Schmerzfreiheit und die Überwachung und Sicherung der lebenswichtigen Körperfunktionen stehen während der Narkose im Mittelpunkt“, erklärte Dr. Thomas Meister bei der Anästhesie-Fragestunde im Rahmen der Reihe „Medizin konkret“ am Ev. Krankenhaus Witten. Je nach Eingriff kommen Vollnarkose, Regionalanästhesien oder auch eine Kombination aus beidem infrage. Anschaulich und ausführlich stellte der Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin die verschiedenen Verfahren vor und erläuterte ihre Einsatzmöglichkeiten. Während bei der Vollnarkose die Schmerzverarbeitung beeinflusst und das Bewusstsein ausgeschaltet wird, blockiert der Arzt bei der Regionalanästhesie durch spezielle Wirkstoffe die Schmerzweiterleitung zum zentralen Nervensystem.

Da immer mehr Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt werden, bei denen früher noch große Schnitte erforderlich waren, können viele Operationen heute auch unter regionaler Anästhesie durchgeführt werden, erläuterte Dr. Meister, beispielsweise an Blase, Prostata, Leiste, im Bauchraum, an Hüfte, Knie, Arm oder Schulter. Der Patient bleibt wach und muss nicht künstlich beatmet werden. Durch die geringere Belastung erholt sich der Körper schneller. Weil das Risiko einer postoperativen Verwirrtheit nicht besteht, sind regionale Anästhesien auch für ältere Patienten sehr gut geeignet. Zudem lässt sich bei einer regionalen Betäubung der Schmerz nach der Operation länger ausschalten. Regionalanästhesien können auch mit einem Schmerzkatheter für die Schmerztherapie nach der Operation verbunden werden.

Allerdings gibt es auch Fälle, in denen eine Regionalanästhesie nicht infrage kommt, etwa wenn der Patient Medikamente einnimmt, die die Blutgerinnung hemmen. Auch Infektionen, Allergien oder bestimmte Herzerkrankungen können gegen diese Verfahren sprechen. Manche Patienten wünschen auch eine Vollnarkose, weil sie von der Operation nichts mitbekommen möchten, erklärt Dr. Meister. Andererseits gibt es sogar Eingriffe, bei denen viele Patienten gerne wach bleiben. Besonders beliebt seien rückenmarksnahe Anästhesien bei Kniespiegelungen oder bei der Laserung der Prostata, sagt Dr. Meister. „Da schauen die Männer gerne zu.“

Geduldig beantwortet der Chefarzt über zwei Stunden lang zahlreiche Fragen aus dem Publikum zu Verfahren, Risiken und Nebenwirkungen. Er zeigt verschiedene Atemmasken, Spritzen und Kanülen und erläutert deren Funktionsweise.

Unter dem Motto „Medizin konkret“ informiert das Ev. Krankenhaus Witten regelmäßig über aktuelle Themen aus den Bereichen Medizin, Pflege, Therapie. Beim nächsten Vortrag am Mittwoch, 25. September 2019, geht es um Speiseröhren- und Magenkrebs. Dr. Mario Iasevoli, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Matthias Blase, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, Dr. Christoph Hackmann, Chefarzt, und Dr. Jacqueline Rauh, Chefärztin der Klinik für Hämatologie und Onkologie, sowie Jozef Kurzeja, Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie, sprechen über Tumorarten und Behandlung im Wandel, Symptomerkennung, Diagnostik und aktuelle Therapie.

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