Verantwortung in die eigene Hand nehmen

Info-Tag Selbsthilfe stellt sich vor am EvK Witten
(v.l.) Anke Steuer von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Witten | Wetter | Herdecke, Verwaltungsdirektorin Ingeborg Drossel und Vertreterinnen und Vertreter der Selbsthilfegruppen beim Informationstag am Ev. Krankenhauses Witten

4. Juli 2019

Selbsthilfetag im Ev. Krankenhaus Witten zeigte Möglichkeiten auf

Zahlreiche Besucherinnen und Besucher haben sich beim großen Informationstag zum Thema „Selbsthilfe stellt sich vor“ im Ev. Krankenhaus Witten über die Selbsthilfe-Angebote in der Ruhrstadt schlau gemacht. Die Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Selbsthilfegruppen aus Witten, Wetter und Herdecke führten unzählige Gespräche.

Der erste Selbsthilfetag ist ein Schritt zu einer engeren Zusammenarbeit, die das Krankenhaus und die Selbstgruppen anstreben. Denn bei vielen Patienten besteht – gerade bei chronischen Erkrankungen – über die akute Behandlung hinaus der Bedarf nach Folgeangeboten. „Für die Patienten ist wichtig, wie sie mit der Erkrankung im Alltag umgehen und welche Hilfen sie in Anspruch nehmen können“, sagt Verwaltungsdirektorin Ingeborg Drossel.

Anke Steuer, Koordinatorin bei der Selbsthilfekontaktstelle, nennt Beispiele. So stellen etwa ein künstlicher Darmausgang oder eine Kehlkopfoperation für Betroffene einen dramatischen Einschnitt in das Leben dar. Mitglieder der entsprechenden Selbsthilfegruppen suchen deshalb das Gespräch mit den Patienten im Krankenhaus und stellen sich vor. „Eine Person, die selbst seit vielen Jahren damit lebt, kann Betroffene ganz anders erreichen als Ärzte oder Pflegekräfte es können“, sagt Anke Steuer. Eine Gruppe kann auch motivierend wirken, etwa, wenn jemand regelmäßig bestimmte gymnastische Übungen machen muss. „Es hilft, das in den Alltag zu integrieren, wenn man sich mit Menschen trifft, mit denen man auch mal feiern gehen kann.“

Verantwortung in die eigene Hand zu nehmen, dazu kann Selbsthilfe einen wichtigen Beitrag leisten, betont Anke Steuer. Das Ev. Krankenhaus Witten will das unterstützen und bei allen Mitarbeitenden vom Auszubildenden bis zum Chefarzt ein Bewusstsein für Selbsthilfe schaffen. „Wir möchten, dass unsere Mitarbeitenden das zur Verfügung stehende Selbsthilfeangebot kennen und Betroffene gleich auf entsprechende Möglichkeiten hinweisen“, sagt Ingeborg Drossel. Perspektivisch strebt das Ev. Krankenhaus Witten eine Zertifizierung als selbsthilfefreundliches Krankenhaus an.

Am Informationstag im Ev. Krankenhaus Witten beteiligten sich die Anonymen Alkoholiker, die Selbsthilfegruppe für Alkolhol- und Medikamentenabhängige, deren Partner und Angehörige (SAMPA), die Osteoporose-Selbsthilfegruppe, die Selbsthilfegruppe für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED), der Blinden- und Sehbehindertenverein, die Schlaganfall-Selbsthilfegruppe, die Selbsthilfegruppe für Morbus Bechterew und die Schlafapnoe-Selbsthilfegruppe. Außerdem waren die Selbsthilfe-Kontaktstelle und die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) mit Infoständen vertreten. Gesundheits- und Krankenpflegeschülerinnen und -schüler boten vor dem Haupteingang frische Waffeln gegen Spenden an. Die Einnahmen stiftete das Ev. Krankenhaus selbstverständlich für die Selbsthilfe in Witten.

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Bilderstrecke: Impressionen vom Selbsthilfetag

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