Ein offenes Ohr für existenzielle Fragen

Einführung Pfarrer Stephan Happel am Evangelischen Krankenhaus Witten EvK

6. Mai 2019

Pfarrer Stephan Happel als neuer Seelsorger am Ev. Krankenhaus Witten eingeführt

Mit einem feierlichen Gottesdienst und einem Empfang haben das Ev. Krankenhaus Witten und der Kirchenkreis Hattingen-Witten Pfarrer Stephan Happel als neuen Krankenhausseelsorger eingeführt. Der 58-Jährige hat die Nachfolge von Pfarrerin Birgit Steinhauer angetreten, die im vergangenen Jahr die Pfarrstelle für Seelsorge und Trauerarbeit am Zentrum für Hospiz-, Palliativ- und Trauerarbeit der Evangelischen Kirche in Dortmund übernommen hat.

Vertreter von Landeskirche, Kirchenkreis, Kirchengemeinden und Diakonie sowie Weggefährten von Stephan Happel haben den Weg in die Krankenhauskapelle gefunden. Über den neuen Pfarrer sagte Superintendentin Julia Holtz in ihrer persönlichen Anrede: „Wir freuen uns, dass du hier bist!“ Stephan Happel zeige eine außergewöhnliche Begeisterung für seine Arbeit. Die sei angesichts der harten Schicksale, mit denen er als Krankenhauspfarrer zu tun habe, bemerkens¬wert.

Bürgermeisterin Sonja Leidemann nutzte die Gelegenheit, bei Stephan Happel für ihre Stadt Witten zu werben. Zugleich betonte sie die gute Zusammenarbeit von Stadt und Ev. Krankenhaus. „Dem Rat und mir persönlich ist das Thema Gesundheit sehr wichtig“, so Wittens Erste Bürgerin weiter.

Die Rolle des Kranken¬hauses für Witten griff auch Heinz-Werner Bitter in seinem Grußwort auf. An Stephan Happel gewandt, sagte der Geschäftsführer der Klinik: „Wir stehen seit Jahren dafür, dass Menschen in unserem Krankenhaus neben der erstklassigen medizinischen Versorgung auch Trost und Zuspruch bekommen.“ Der neue Krankenhauspfarrer werde daran einen erheblichen Anteil haben. „Durch Ihr Wirken wird die evangelische Kirche in unserem Haus erlebbar:“

Schon früh hatte Stephan Happel das Ziel, in der Krankenhausseelsorge zu arbeiten, die er während seines Zivildienstes am Klinikum Minden kennengelernt hatte. Nach dem Theologiestudium in Münster und Heidelberg und dem Vikariat in Dortmund war er dort zunächst als Pfarrer bei der Telefonseelsorge tätig. Im Juni 1992 wurde er Krankenhausseelsorger am Knappschaftskrankenhaus in Bochum-Langendreer. Diese Aufgabe nahm er bis zu seinem Wechsel ans Ev. Krankenhaus Witten zum 1. April 2019 wahr.

Nach vielen Jahren an einem nicht-konfessionellen Haus habe es ihn sehr gereizt, an einem evangelischen Krankenhaus eine neue Herausforderung zu suchen, begründet Stephan Happel seinen Wechsel. „Ich möchte an den Zielsetzungen des konfessionellen Hauses und an der Umsetzung des Leitbildes im Klinikalltag mitarbeiten.“ Krankenhausseelsorge bedeutet für ihn, unter Wahrung der seelsorgerlichen Schweigepflicht an der Schnittstelle von Kirche und Krankenhaus zu arbeiten. „Ich verstehe mich in meiner Arbeit auch als teil eines multiprofessionellen Teams aus Ärzten, Pflegenden, Therapeuten und arbeite insbesondere mit den psychosozialen Diensten zusammen.“

Entsprechend der Ausrichtung des Ev. Krankenhauses Witten bildet die Betreuung und Begleitung von Patienten und Angehörigen in der Geriatrie, Onkologie und auf der Palliativstation einen wichtigen Schwerpunkt von Stephan Happels Arbeit. In diesem Bereich möchte sich der Pfarrer weiterqualifizieren und eine Fortbildung in psychoonkologischer Beratung absolvieren. Auch im Förderverein der Palliativstation will Stephan Happel mitarbeiten.

Seelsorge ist für Stephan Happel ein geistlicher Auftrag. „Ich möchte ein offenes Ohr haben und einen Resonanzraum schaffen für die spirituellen Fragen der Menschen“, sagt er. In Krankheitssituationen brechen oft existenzielle Fragen auf, wie die nach dem Sinn des Lebens, nach der Zukunft und was einen trägt. Sein Gesprächsangebot richtet sich an alle Menschen, unabhängig von Konfession, Religion oder Kirchenzugehörigkeit. „Es ist Teil der Botschaft, dass jeder Mensch von Gott angenommen ist und seine Würde hat.“

Stephan Happel betont: „Mein Glaube ist für mich die Quelle, aus der ich die Kraft für meinen seelsorglichen Dienst im Krankenhaus schöpfe und der mich im Leben trägt.“ Ausgleich sucht der Pfarrer beim Schwimmsport und beim Singen im Chor. Witten kennt Stephan Happel, der im Dortmunder Westen lebt, bereits von zahlreichen Fahrradtouren mit der Familie. Am Ev. Krankenhaus fühlt er sich gut aufgenommen: „Ich bin mit meiner Arbeit und meiner Person sehr willkommen hier.“

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