Chefarzt Dr. med. Andreas Wiedemann
Facharzt für Urologie
Spezielle urologische Chirurgie
Andrologie
Medikamentöse Tumortherapie
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Brachytherapie des Prostatakarzinoms
Das Evangelische Krankenhaus Witten bietet als erste Klinik im Ennepe-Ruhr-Kreis die sogenannte Brachytherapie zur Behandlung des Prostatakarzinoms an. Das Verfahren ist für den Patienten besonders schonend. Deshalb eignet es sich auch und gerade für Patienten, denen eine Operation nicht zugemutet werden kann.
Die Brachytherapie – brachys (griechisch) bedeutet nah/kurz – ist eine spezielle Form der Strahlentherapie, bei der die Strahlenquelle direkt im Körper des Patienten an der Stelle der Erkrankung platziert wird. Die Strahlungsenergie kann so ganz lokal und gezielt angewendet werden. Damit können Folgeschäden an gesundem Gewebe minimiert werden.
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- Die Prostata wird computergesteuert vermessen und die Lage der Seeds berechnet.
Bei dem minimalinvasiven Eingriff wird die Prostata des Patienten mit Hohlnadeln punktiert, durch die ungefähr 50 sogenannte Seeds in das Organ eingesetzt werden. Bei den Seeds handelt es sich um winzige Metallstifte, die mit radioaktivem Jod gefüllt sind. Der Strahlentherapeut koordiniert und berechnet computergesteuert die Lage der Seeds. Der Urologe positioniert sie mit Hilfe des Ultraschalls vom Damm aus.
Nach dem Eingriff verbleibt der Patient zwei bis drei Tage im Krankenhaus. Zum Vergleich: Nach einer operativen Entfernung der erkrankten Prostata beträgt die Liegezeit etwa 14 Tage. Weitere Folgebehandlungen sind bei der Brachytherapie – abgesehen von den üblichen Kontroll- und Nachsorgeuntersuchungen – in der Regel nicht erforderlich. Die Seeds verbleiben dauerhaft im Körper und stören nicht. Nur in sehr seltenen Fällen, wenn sie ihre Position verändern, müssen sie später wieder entfernt werden.
Die Erfolgsquoten der Brachytherapie sind mit denen der klassischen Bestrahlung von außen und der Operation vergleichbar. Allerdings eignet sich die Brachytherapie nicht für alle Formen des Prostatakrebses. Sehr gut lässt sich mit ihr das auf das Organ begrenzte Prostatakarzinom behandeln, das nicht sehr aggressiv ist. Bei aggressiven Tumorformen oder wenn die Prostata sehr groß ist, muss immer noch operiert werden.


