Chefarzt Dr. med. Mario Iasevoli
Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie
Sekretariat:
Inge Hemsath
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Angelika Redda
Leitung Endoskopie
Tel.: 02302/175-2417
Endoskopieabteilung und Untersuchungsverfahren
Die Endoskopie hat sich zu einem ausgefeilten diagnostischen und therapeutischen Verfahren entwickelt und ist für Laien nicht immer leicht zu verstehen. Wir möchten Ihnen daher die einzelnen Methoden und unsere Funktionsabteilung gerne vorstellen, auch um unbegründete Ängste abzubauen. Wenn wir bei Ihnen eine solche Untersuchung anwenden, bekommen Sie eine Beruhigungsspritze, sodass Sie keine Unannehmlichkeiten verspüren.
In der Funktionsabteilung Endoskopie werden mit fortschrittlichster bildgebender Technik diagnostische und therapeutische Eingriffe insbesondere am Magen-Darm-Trakt, der Leber, der Gallenwege und der Bauchspeicheldrüse durchgeführt. Auch endoskopische Eingriffe an der Lunge bzw. den Bronchien kommen hier zur Anwendung.
Durch zahlreiche Investitionen in den vergangenen Jahren ist die Abteilung heute mit modernsten Geräten wie der hochauflösenden Videoendoskopie und der elektronischen Dokumentation ausgestattet. Dies gestattet eine exakte Diagnostik bei größtmöglichem Patientenkomfort.
Die interdisziplinäre Ausrichtung der Endoskopieabteilung mit Verankerung in der Medizinischen und Chirurgischen Klinik ermöglicht die Erstellung fachübergreifender Behandlungskonzepte.
Im Folgenden werden die einzelnen Untersuchungsmethoden vorgestellt. Sollten darüber hinaus weitere Fragen bestehen, stehen wir Ihnen jederzeit gerne telefonisch und persönlich zur Verfügung.
Magenspiegelung (Ösophagogastroduodenoskopie)
Bei jeder Magenspiegelung werden neben dem Magen auch die Speiseröhre (Ösophagus) und der Zwölffingerdarm (Duodenum) eingesehen. Häufigster Anlass für die Untersuchung ist die Abklärung von Oberbauchbeschwerden und einer Blutarmut. Durch den Einsatz der hochauflösenden Videoendoskopie und die Anwendung von Farbemethoden (der Chromoendoskopie) lassen sich auch Vorstadien bösartiger Erkrankungen frühzeitig erkennen, die möglicherweise endoskopisch heilbar sind. Dies ist insbesondere für die Überwachung der Speiseröhrenentzündung und chronischem Sodbrennen wichtig.
Mit winzigen Biopsiezangen lassen sich zudem Schleimhautproben (Biopsien) für eine feingewebliche Untersuchung gewinnen, sodass krankhafte Befunde exakt differenziert werden können. Auch größere Schleimhautareale können per Mucosaresektion entfernt und damit Frühstadien von bösartigen Erkrankungen geheilt werden.
Je nach eingesetztem Verfahren kann die Dauer der Magenspiegelung 10 bis30 Minuten betragen. Üblicherweise verwenden wir eine Rachenbetäubung sowie ein Schlafmittel, das in eine Vene gegeben wird (intravenöse Sedierung).
Endoskopischer Ultraschall (EUS)
Diese auch Endosonographie genannte Untersuchung ermöglicht die Betrachtung innerer Organe mit Ultraschall über ein Endoskop direkt vom Zwölffingerdarm, dem Magen oder der Speiseröhre aus. Der Vorteil besteht - im Vergleich zu der normalen Ultraschalluntersuchung von außen - in der größeren Nähe zu bestimmten Organen. Zudem besteht mit der Feinnadelpunktion die Möglichkeit, Gewebe aus Organen oder unklaren Prozessen für eine feingewebliche Untersuchung zu gewinnen. Auch Drainagen (Ableitungen) von Galle, Abszessen (Eiteransammlungen) oder Zysten lassen sich mit diesem Verfahren sehr schonend für den Patienten legen.
Zum Einsatz kommt die Endosonographie insbesondere zur Abklärung und Ausbreitungsdiagnostik von Neubildungen im Bauch- und Brustraum. Auch zur Einschätzung von Frühformen bösartiger Erkrankungen ist die Methode unverzichtbar.
Für Patienten gleicht das Vorgehen dem einer Magenspiegelung, lediglich die etwas längere Dauer erfordert möglicherweise eine intensivere Sedierung.
Endoskopisch retrograde Cholangiographie (ERCP)
Hinter diesem komplizierten Bergriff verbirgt sich eine Methode, die die Darstellung der Gallen- und Bauchspeicheldrüsengänge zulässt.
Da beide Gangsysteme in den Zwölffingerdarm münden, können sie von dort mit einem Kontrastmittel gefüllt und röntgenologisch abgebildet werden. Die erst 2009 neu installierte Röntgenanlage reduziert die Strahlenbelastung erheblich.
Bedeutung hat die ERCP insbesondere für die Abklärung von Prozessen der Bauchspeicheldrüse (Entzündungen, Tumore) sowie bei Störungen des Galleabflusses. Finden sich beispielsweise Gallengangsteine, können diese mit einem Körbchen oder Ballon entfernt werden. Verengungen der Gallenwege können aufgedehnt und falls nötig mit einer Kunststoff- oder Metallprothese (Stent) überbrückt werden.
Die ERCP dauert je nach Prozedur 30 bis 60 Minuten. Alternativ lassen sich die Gallenwege auch kernspintomographisch darstellen (MRCP), allerdings ohne die Möglichkeit therapeutischer Eingriffe.
Darmspiegelung (Koloskopie)
Mit einem flexiblen Endoskop können der gesamte Dickdarm und ein kleiner Anteil des Dünndarms direkt eingesehen werden. Die Koloskopie ist heute die effektivste und wichtigste Methode der Darmkrebsvorsorge und wird generell ab dem 55. Lebensjahr empfohlen. Während der Untersuchung können Polypen als mögliche Vorläufer eines Darmkrebses entfernt werden.
Wichtig für die Durchführung der Untersuchung ist eine gründliche Darmvorbereitung, die bereits am Vortag nach einem festen Schema begonnen werden muss. Durch eine ausreichende Gabe von Schlafmitteln entstehen während der Koloskopie, für die im Allgemeinen 10 bis 30 Minuten zu veranschlagen sind, kaum Unannehmlichkeiten.
Bauchspiegelung (Laparoskopie)
Durch Einführen einer starren Optik (Laparoskop) durch die Bauchdecke können Organe des Bauchraums wie die Leber, die Gallenblase, die Milz oder das Bauchfell direkt angesehen werden. Von Interesse ist die Bauchspiegelung besonders für die Beurteilung der Leberoberfläche und für die Ausbreitungsdiagnostik bösartiger Erkrankungen. Zudem können unter Sicht Gewebeproben aus der Leber und anderen Organen entnommen werden.
Eine Laparoskopie sollte stationär durchgeführt werden und erfolgt in tiefer Sedierung ("Schlafspritze") und örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie).
PH-Metrie (Säuremessung)
Zur Beurteilung der Konzentration der Magensäure und ihres Rückflusses in die Speiseröhre kann eine winzige Sonde über die Nase in der Speiseröhre platziert werden. Die gemessenen Säurewerte werden ambulant über 24 Stunden aufgezeichnet (ähnlich wie bei einem Langzeit-EKG). Während dieser Zeit kann gegessen und getrunken werden.
Angewandt wird die PH-Metrie insbesondere bei Patienten mit Sodbrennen bei unauffälligem Endoskopiebefund sowie zur Überprüfung einer säurehemmenden Therapie.
Manometrie (Druckmessung) der Speiseröhre
Mit der Manometrie werden über eine dünne Sonde Druckwerte in verschiedenen Abschnitten der Speiseröhre gemessen. So lassen sich Störungen der Bewegungsabläufe beim Schlucken oder defekte Verschlussmechanismen der Speiseröhre erkennen. Wichtig ist die Manometrie auch vor operativer Behebung eines Zwerchfellbruchs (Hiatushernie), der häufig Ursache einer Refluxkrankheit ist.
Bronchoskopie
Sie dient der Abklärung krankhafter Prozesse der Bronchien bzw. der Lunge. Das flexible Videoendoskop ist noch dünner als ein Gastroskop und kann nach Betäubung der Schleimhäute über die Nase eingeführt werden. So lassen sich Entzündungen der Atemwege ebenso erkennen wie bösartige Erkrankungen.
Neben der Entnahme von Gewebeproben für die feingewebliche Untersuchung kann durch eine Spülung (Bronchiallavage) Sekret gewonnen werden. Bei Entzündungen können so eine Keimanalyse und eine gezielte Antibiotikatherapie erfolgen. Desweiteren können enge Stellen per Metallstent überbrückt werden.
Wie bei den übrigen endoskopischen Untersuchungen wird vor Beginn der Bronchoskopie eine Spritze zum Schlafen verabreicht.
Kontrastmittel-Sonografie
Mit Hilfe von mikroverkapselten Luftbläschen (Kontrastmittel) können Herdbefunde in verschiedenen Organen, zum Beispiel der Leber, mit Ultraschall näher untersucht werden. So kann oft eine Röntgenuntersuchung oder auch eine Punktion vermieden werden. Die gewonnenen Informationen dieser Untersuchung haben oft für den Patienten und den Therpeuten große Bedeutung.
Hygiene
Noch ein Wort zur Hygiene: Die hier zu Untersuchungszwecken eingesetzten Endoskopiegeräte und die dazu angewandten Reinigungs- und Desinfektionsverfahren unterliegen einer ständigen hygienischen Kontrolle nach Vorgaben der Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention des Robert-Koch-Instituts Berlin. Regelmäßige Kontrollen durch die Hygienefachkraft und Begehungen durch das Gesundheitsamt haben noch nie zu Beanstandungen geführt.
