Neue Methode für genauere Ergebnisse bei Krebsverdacht

Fusionsbiopsie Punktation Prostata
Bei der Fusionsbiopsie wird die Prostata vom Damm aus punktiert.

15. Mai 2018

Klinik für Urologie im Ev. Krankenhaus Witten erweitert Leistungsspektrum mit der Fusionsbiopsie der Prostata

Beim Verdacht auf Prostatakrebs bietet die Klinik für Urologie im Ev. Krankenhaus Witten jetzt ein neues Verfahren an, das noch zuverlässigere Ergebnisse liefert: Als eine der ersten Kliniken in der Region setzt sie zur Diagnostik die Fusionsbiopsie der Prostata ein. Dabei werden die Informationen aus einer hochauflösenden Magnetresonanztomografie (MRT) mit einer ultraschallgesteuerten Biopsie kombiniert.

Standard bei der Abklärung eines Verdachts auf ein Prostatakarzinom ist heutzutage die ultraschallgestützte Probeentnahme durch den Enddarm. Die sogenannte Stanzbiopsie nähert sich der Prostata von unten: Mit einer hauchdünnen Nadel werden dort Proben entnommen, wo der Arzt auch die Prostata abtasten kann. Die verwendeten speziellen Ultraschallsonden liefern ein hochauflösendes, bildschirmfüllendes Bild der Prostata.

„Leider ist nicht immer ein verdächtiger Herd zu erkennen“, erklärt Prof. Dr. Andreas Wiedemann, Chefarzt der Klinik für Urologie. Deshalb wird in der Regel eine systematische Stichprobe mit sechs bis zwölf Biopsien entnommen. Wenn eine Region der Prostata suspekt wirkt, wird dies mit zusätzlichen Biopsien abgeklärt.

Seit langem wird in der Urologie schon eine MRT durchgeführt, die zwar ein aussagekräftiges Bild der Prostata liefert, aber bei einer Biopsie wertlos ist. Technisch bedingt dürfen im MRT keine metallhaltigen Instrumente oder Nadeln benutzt werden. Außerdem erlaubt das röhrenförmige Gerät nicht, einen Patienten in eine für die Biopsie geeignete Untersuchungsposition zu bringen, die in etwa der Lage auf einem gynäkologischen Stuhl entspricht.

„Die Lösung ist hier die Fusionsbiopsie, die damit das Beste aus zwei Welten vereinigt“, erklärt Prof. Wiedemann. Zunächst wird ambulant eine spezielle MRT-Untersuchung der Prostata durchgeführt. Sie liefert Bilder mit Verdachtsarealen, die aufwändig EDV-technisch so verarbeitet werden, dass sie in das Ultraschallbild der Prostata bei einer Biopsie eingeblendet werden können. So hat der untersuchende Arzt die Möglichkeit, die Bildinformationen von beiden Verfahren gleichzeitig während der Biopsie zu verwenden. Auf diese Weise können gezielt Proben entnommen werden, um eine genaue Diagnose zu erhalten.

„Die Fusionsbiopsie der Prostata empfehlen wir besonders für Patienten, bei denen der Krebsverdacht weiterbesteht, obwohl eine konventionelle ultraschallgestützte Biopsie gutartiges Gewebe gezeigt hatte“, sagt Prof. Wiedemann. Eine Besonderheit ist, dass die Fusionsbiopsie durch den Damm hindurch vorgenommen wird. Hierzu ist eine Narkose erforderlich. Der Eingriff bedarf eines kurzen stationären Aufenthalts. Er gehört zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenkassen. „Wir freuen uns, dass wir mit der Fusionsbiopsie das Leistungsspektrum unseres Prostatazentrums um eine weitere innovative Methode erweitern konnten“, betont Prof. Wiedemann.

Die Behandlung aller gut- und bösartigen Erkrankungen der Prostata gehört zu den Schwerpunkten der Klinik für Urologie im Ev. Krankenhaus Witten. Bei der Therapie des Prostatakarzinoms, der häufigsten Tumorerkrankung bei Männern über 65 Jahren, ermöglicht die enge Verbindung mit der Klinik für Hämatologie und Onkologie sowie der Strahlentherapie der Hauses im zertifizierten Prostatazentrum ein umfassendes Behandlungsspektrum. Neben der Operation werden Chemo-, Hormon- und Strahlentherapie wohnortnah angeboten.

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